Grafische Nahaufnahme einer E-Gitarre mit Tonabnehmern und Saiten in Schwarz und Gelb

Woher kommt der Klang einer E-Gitarre?

Alles beginnt mit den schwingenden Saiten, doch erst die Tonabnehmer machen aus diesen Schwingungen ein Signal, das sich verstärken lässt. Elektromagnetische Tonabnehmer reagieren auf die Bewegung der Metallsaiten und erzeugen ein elektrisches Signal, das zum Verstärker gelangt. Der Klang einer E-Gitarre hängt damit vom gesamten Aufbau ab und nicht nur vom Korpus.

Auch Holz, Mensur, Saiten und Spielweise beeinflussen den Ton. Gerade die Spielweise wird gern unterschätzt, denn wie der Gitarrist die Saiten anschlägt, verändert das Ergebnis selbst bei gleichem Equipment. Das sollte man bedenken, bevor man die Ursachen für Klangunterschiede nur in der Elektronik sucht. Jeder dieser Faktoren prägt den Klang, deshalb sollte beim Vergleich von Instrumenten keiner außer Acht bleiben.

Tonabnehmer: Singlecoil und Humbucker

Bei Tonabnehmern unterscheidet man zwei Haupttypen. Der Singlecoil liefert einen hellen, glasigen Klang. Der Humbucker klingt voller und kräftiger und brummt zudem weniger. Die Wahl zwischen beiden gehört zu den ersten Entscheidungen, die den Klangcharakter prägen. Dieser Unterschied ist schon am Anfang der Kette zu hören, bevor das Signal den Verstärker oder die Pedale erreicht.

Beide Bauformen haben ihre Wurzeln in klassischen Gitarrenkonstruktionen. Die Fender Telecaster kam 1950 auf den Markt, die Gibson Les Paul 1952 und die Fender Stratocaster 1954. Zwischen ihren Markteinführungen liegen nur wenige Jahre. Das zeigt, wie rasch in dieser Zeit neue Bauformen entstanden. Ein Blick auf diese Geschichte hilft zu verstehen, woher die grundlegenden Konstruktionsprinzipien heutiger E-Gitarren stammen.

Röhren- oder Transistorverstärker?

Der Verstärker ist das zweite Schlüsselelement der Kette. Röhrenverstärker gelten als besonders dynamisch im Ansprechverhalten: Der Klang ändert sich mit der Anschlagstärke. Transistor- und Digitalverstärker sind dafür leichter und günstiger, was für viele ein wichtiges Argument ist. Die Entscheidung hängt also davon ab, ob das Ansprechverhalten oder Gewicht und Preis stärker ins Gewicht fallen.

In der Geschichte dieser Technik spielt die Firma Marshall eine Rolle, die 1962 in London von Jim Marshall gegründet wurde. Sie gehört zu den Verstärkermarken, die man kennen sollte, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. Der Name des Herstellers allein ist allerdings nicht entscheidend, denn der Klang hängt von der gesamten Kette ab und nicht von einem einzelnen Gerät.

Verzerrung und Effekte

Verzerrung entsteht, wenn ein Verstärker oder ein Pedal das Signal verformt. Je stärker sie ausfällt, desto aggressiver klingt der Ton. Ihr Ausmaß bestimmt, ob der Klang nur leicht angeraut ist oder schwer und schneidend wirkt. Erzeugen lässt sie sich sowohl mit dem Verstärker selbst als auch mit einem Overdrive- oder Distortion-Pedal.

Darüber hinaus gibt es in der Signalkette der Gitarre weitere typische Effekte: Wah, Delay, Hall (Reverb) und Chorus. Jeder verändert den Klang auf eigene Weise, etwa durch Echo, Raumwirkung oder ein charakteristisches Schwingen. Die Auswahl der Effekte richtet sich deshalb nach dem Stil und der gewünschten Klangfarbe eines Stücks. Dabei wirken Effekte immer auf ein Signal, das Tonabnehmer und Verstärker bereits geformt haben.

Zusammenfassung

Der Klang der E-Gitarre entsteht im Zusammenspiel der gesamten Kette, vom Holz und den Saiten über die Tonabnehmer bis zu Verstärker und Pedalen. Die einzelnen Teile bilden ein zusammenhängendes System, in dem sich die Änderung eines Elements auf die übrigen auswirkt. Es lohnt sich daher, jedes Glied einzeln kennenzulernen und anschließend zu prüfen, wie die Teile in der Praxis zusammenspielen.