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Ghost: Meliora

ghost3Label: Spinefarm Records

Spielzeit: 41:31 Min.

Genre: Heavy (Metal) Rock

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 21. August 2015

 

Die schwedische Truppe GHOST ist mit ihrem dritten Album zurück. „MELIORA“ heißt es, was in etwa so viel bedeutet wie „nach etwas Besserem streben“. Man darf vorwegnehmen, dass der Höllenpontifex und seine namenlosen Leichenfledderer genau dies taten und es auch durchaus erreicht haben.
Aber zunächst das Offensichtliche: Holy Sh*t, was ein geiles Cover-Artwork! Hier hat sich Zbigniew M. Bielak, der kürzlich auch für PARADISE LOST und SÓLSTAFIR tätig war, in sich selbst übertreffender Art und Weise selbst übertroffen. Respekt!

Was die Verpackung verspricht, kann der Inhalt überwiegend halten. Man erhält genau das, was man von GHOST kennt und erwartet. Dabei ist Opus No. 3 ein herrlicher Bastard aus den beiden Vorgängern geworden. Heißt, die penetrant eingängigen Melodien und die unbeschwerte Leichtigkeit des „OPUS EPONYMOUS“ trifft auf das reifere Songwriting und die metallischere Härte von „INFESTISSUMAM“. Auf „MELIORA“ hat man den Härtegrad sogar noch weiter gesteigert und der groovende Retrorocker „From the Pinnacle to the Pit“ oder das schwere „Mummy Dust“ werden schön wuchtig aus den Boxen gewuchtet.
Exzellente Gitarrenarbeit von Nameless Ghoul und seinem Partner Nameless Ghoul lassen immer wieder Riffs entstehen, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann. Der Kollege an den vier Saiten (Nameless Ghoul) verleiht der Musik gekonnt Tiefgang, während Nameless Ghoul ordentlich Druck hinter dem Schlagzeug erzeugt. In mit Bedacht gewählten Momenten sorgt Nameless Ghoul am Keyboard mit Orgel- und Klavierklängen für stimmungsvolle Atmosphäre. Über den schweren Sound legt sich schön kontrastreich die weiche Stimme von Papa Emeritus III, dem drei Monate (!) jüngeren Bruder von Papa Emeritus II, der dessen Platz einnehmen durfte, nachdem II unzeremoniell entlassen wurde.
Einige Songs sind recht sperrig und gewähren Zugang wenn überhaupt erst nach mehrmaligem Hören. Andere nisten sich dafür, wie von GHOST gewohnt, schon nach dem ersten Durchlauf im Gehörgang ein. Und mit der verträumten Huldigung des Finsterfürsten „He is“ haben die Schweden mal eben noch ihren vielleicht größten Hit auf das Album gepackt. Bezaubernd!
Und da ein paar Klischees in einem GHOST-Review nicht fehlen dürfen: Leider ist auch die dritte satanische Messe wieder schnell gelesen. Zieht man die doch recht überflüssigen Instrumental-Intermezzi „Spöksonat“ und „Devil Church“ ab, beendet das von sakralen Chören getragene „Deus in Absentia“ die Platte schon nach weniger als 40 Minuten. Schade, ist „MELIORA“ doch eine wirklich geistreiche Predigt, der man gerne noch länger zuhören möchte.

In der mitgelieferten Biografie heißt es, Papa Emeritus III, der Schäfer der schwarzen Schafe, und seine namenlosen Ghouls haben sich auf die Fahnen geschrieben, gegen den Moloch der industriellen Maschinerie und die zur Konsumware verkommene Kunst anzukämpfen. Klingt heuchlerisch, betrachtet man die Kommerzialisierung der Marke GHOST.
Wenngleich sie letztendlich auch nur ein paar Münzen in den Klingelbeutel bringen soll, darf man der Musik durchaus etwas Künstlerisches zusprechen. Und auch wenn nicht alle Nummern auf Anhieb zünden, ist „MELIORA“ erneut ein sehr gutes Album geworden, das alle Trademarks der Schweden vereint, musikalische Weiterentwicklung zeigt und mit vielen großartigen Songs begeistert.

Christian Schrübbers

XXL WertungXL 1

Tracklist:

01. Spirit
02. From the Pinnacle to the Pit
03. Cirice
04. Spöksonat
05. He is
06. Mummy Dust
07. Majesty
08. Devil Church
09. Absolution
10. Deus in Absentia

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