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Stone Ship - The Eye

stoneship theeyexxlLabel: Feuer Publications

Spielzeit: 46:04 Min.

Genre: Doom

Info: Facebook

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Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Zwei Songs, die knapp an der 25 Minuten-Grenze kratzen und die passende Band kommt aus Finnland - da fällt es nicht schwer zu vermuten, dass es sich hier um leckeren Doom handelt. Und so ist es auch, die Kollegen aus Lahti haben sich einer interessanten Mischung aus klassischem Doom der Marke Black Sabbath oder auch Pentagram mit progressiven Klängen, die manchmal gar leicht psychedelische Tendenzen aufweisen verschrieben. Das hört man auch nicht alle Tage und führt dazu, dass die Musiker schon auf ihrem Debüt (es gab 2012 schon mal eine EP!) einen erstaunlich eigenständigen Sound präsentieren. Ein weiterer Pluspunkt ist der intensive und herrlich wehklagende Gesang des Sängers, dessen Namen ich beim besten Willen nicht herausfinden konnte, da es bei der Band wohl einige Besetzungswechsel gegeben hat und auch auf ihrer Facebook-Seite keine Informationen zum aktuellem Status zu finden sind. Sicher ist auf jeden Fall, dass der Gesang dem ganzen Album noch einen dezent mystischen Touch verleiht. Jetzt kommen wir aber leider zum kleinen Makel des Ganzen: Die Songs haben hier und da ihre Längen und schaffen es nicht ganz, auf voller Spielzeit zu fesseln. Das ist aber für ein erstes Werk nicht so ganz so tragisch, weshalb ich "The eye" auch jedem aufgeschlossenen Doom-Freund zum Reinhören ans Herz legen möchte.

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. The Ship Of Stone (22:27)
2. The Crooked Tree (23:49)

An Autumn For Crippled Children - Eternal

AN AUTUMN FOR CRIPPLED xxl1Label: Wickerman Records

Spielzeit: 44:25 Min.

Genre: Post-Rock

Info: Facebook

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VÖ-Datum: bereits erschienen

Im Vergleich zu ihrem im vorigen Jahr veröffentlichten Album "The long goodbye" haben sich die Niederländer von An Autumn For Crippled Children zumindest musikalisch vom Post Black Metal weitgehend getrennt und sich nunmehr dem Post-Rock bzw. Shoegaze zugewandt. Ich muss zugeben, dass mir das sogar besser gefällt, denn die Kollegen zaubern so manch schöne und vor allem melancholische Melodie aus dem Hut. Beim Gesang ist man allerdings dem Black Metal Genre treu geblieben und zelebriert ein heiseres Kreischen. Das passt nun aber meines Erachtens nicht mehr so hundertprozentig zur neuen musikalischen Ausrichtung, hier wäre ein angepasster Gesang oder gar ein reines Instrumentalalbum wahrscheinlich besser gewesen. Bei aller Entwicklung geben sich die Musiker bei einer Sache aber unverändert: Sie kommen einfach nicht auf den Punkt. Das hatte ich schon beim letzten Album kritisiert, die Längen im Songwriting, die es erheblich erschweren, sich die CD ohne Einschlaf-Attacken am Stück und mit Genuss anzuhören. Klar, gehört eine gewisse Monotonie sicherlich zu den genretypischen Elementen, aber Zuviel ist einfach Zuviel. So bleibt ein solides Album, das seine Vorteile, als auch Nachteile hat.

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

SIDE A
1. Eternal Youth 04:28
2. I Will Never Let You Die 04:12
3. On Fire 04:20
4. Farewell 03:59
5. This Small Space You Occupied Is So Empty Now 04:52

SIDE B
6. You Have Been In The Shadows For So Long 05:03
7. Days Of Sleep 04:54
8. Swallowed By Night’s Despair 03:26
9. Cloud Mood 04:30
10. Matters Of The Heart 04:51

Spiritus Mortis – The Year Is One

spiritus mortis year onexxlLabel: Svart Records

Spielzeit: 53:16 Min.

Genre: Doom

Info: Facebook

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Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ganz der langsamen Tradition des Doom verpflichtet zeigen sich Spiritus Mortis, sind doch seit ihrem letzten vollwertigen Album „The God Behind The God“ bereits siebeneinhalb Jahre ins Land gezogen. So manche Band ist nach vergleichbar langer Pause qualitativ deutlich beschädigt zurückgekehrt, Spiritus Mortis allerdings sind auch im Jahre 2016 noch eine Band, welche Teil der Plattensammlung sein sollte. Alleine schon wegen Albert Witchfinder, der wahrlich über eine der besten Genre-Stimmen verfügt – weder allzu nasal-weinerlich wie etwa Christian Linderson a.k.a. Chritus (ex-Saint Vitus, ex-Count Raven, Lord Vicar etc.) noch zu herb, sondern genau dazwischen liegend.

Einer der direkt herausstechenden Songs ist der Zehnminüter „Holiday In The Cemetary“, alleine schon aufgrund seines Titels (das letztgenannte gilt natürlich auch für „Jesus Christ, Son Of Satan“ sowie „Black Magic, White Powder“). Die einleitenden Zeilen: „I have the right to spend my time as I wish / You can go to a beach / While I fall into abyss / Holiday in a cemetery“ lassen sogar – ganz Doom-untypisch – mehr als nur leicht schmunzeln, sondern regelrecht koboldhaft kichern. Nun, diese Laute bleiben während des weiteren Text-Verlaufs doch recht schnell im Halse stecken („Hate towards the living, love towards the dead / Necrophile / Born to die / A connoisseur of dead“).

Die Gesangsmelodien der Strophen des zweitlängsten Liedes „World Of No Light“ scheinen 1:1 von jenen des U2-Songs „Acrobat“ („Achtung, Baby“, 1991) übernommen. Viele mögen nun wutschnaubend mit den Hufen scharren – und ich wette, ebenso viele kennen den genannten Song überhaupt nicht. Tatsache ist trotzdem, dass „Acrobat“ neben den offensichtlichen Hits wie „One“ und „Mysterious Ways“ der herausragende Fixpunkt der genannten Platte ist – und bereitet „The Year Is One“ mithin als Verwandtschaft keine Schande. Außerdem fußt der musikhistorische Status der genannten Iren ja mitnichten auf reiner Willkürlichkeit (obwohl sie auch für mich persönlich trotz vorhandener, verdienter Sympathien aufgrund einzelner Alben ebenfalls nicht die Heilsbringer vor dem Herren darstellen). Ganz von Bono und Co. abgesehen muss noch das glänzende Ende des Liedes (und mithin auch des gesamten Albums – da sich „World Of No Light“ darauf an letzter Position befindet) lobend erwähnt werden, wenn den doomigen Abgründen plötzlich noch schmackhafte Psychedelia beigemengt werden und sich das immer bunter werdende Geriffe wahrlich noch massiv steigert.

Noch ein bei jedem einzelnen Durchlauf allgegenwärtiges, wenn auch deutlich versteckteres Zitat: wo es in „Black Magic, White Powder“ heißt: „Sorcerers of Sarnath gathering in the circle of junipers / Dropping Stygian black acid (…) / Israel Shamballah“, da fühle ich mich absolut in „Virtus Sola Invicta“ von A Forest Of Stars („Beware The Sword You Cannot See, 2015) zurückversetzt – sowohl aufgrund der Stimmphrasierung als auch hinsichtlich des Textes (dort: „Riding the head wind through Shangri-la, ha! / Aghast in Agharta, a shambolic frolic in Shamballah“).

Abgesehen davon: natürlich kann man hier noch sehr viel mehr an Querverweisen und Zitaten finden, doch diese beiden erscheinen mir am interessantesten – wen interessiert es da noch, nach welch großen Doom-Stücken die hier versammelten Lieder zusätzlich noch die klagenden Arme ausstrecken?

Themenwechsel: es sind gar nicht einmal unbedingt die bisher genannten Songs, welche ich zuallererst hervorheben würde, wenn es um „The Year Is One“ geht, sondern vielmehr das die Platte eröffnende Tripple: zunächst wäre da das kraftvoll zupackende „Robe Of Ectoplasm“ zu nennen, welches ohne große Mühe ein Live-Favorit werden könnte; „I Am A Name On Your Funeral Wreath“ stellt anschließend das tragisch-emotionale Gipfelkreuz einer Anhöhe dar, welche als dimmende Ummantelung stimmungsvolle Nebel- und Wolkenfelder vorweisen kann; „Babalon Working“ ist dagegen verspielter und mysteriöser und stellt das heimliche Titellied dar, beginnt es doch mit den Worten: „Year is one“.

Wahre Jubelarien werden derzeit über dieses Werk ergossen, und „The Year Is One“ ist in der Tat eine ernsthaft gute Genre-Platte. Dies ist Grund genug zur Freude, und dies sei hier auch voll des Lobes bescheinigt. Doch ein wenig taugt auch die Analogie zum gewählten Coverausschnitt von Caspar David Friedrich: den Mann halte ich persönlich seit jeher für etwas überbewertet, wenngleich ich seine Werke trotzdem gerne mag. Der absolute Kitzel, die packende Gänsehaut, das innere Läuten der Himmelsglocken jedoch bleibt immer wieder aus. Egal: als Doom-Jünger sollte man „The Year Is One“ unzweifelhaft haben. Und dies trifft auf mich – vorbehaltlich meines kleinen Einwandes – natürlich auch zu.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Robe of Ectoplasm 03:58
2. I Am a Name on Your Funeral Wreath 06:13
3. Babalon Working 07:01
4. Jesus Christ, Son of Satan 04:12
5. Holiday in the Cemetery 09:56
6. She Died a Virgin 05:21
7. Black Magic, White Powder 07:36
8. World of No Light 08:59

Waldgeflüster – Ruinen

waldgeflusterLabel: Nordvis

Spielzeit: 65:47 Min.

Genre: naturromantisch-soft mit (Über)Länge(n)

Info: Facebook

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Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ein frühes Jahreshighlight im Black Metal 2016 war die Splitveröffentlichung von Panopticon mit Waldgeflüster, und der Beitrag der Letztgenannten war dem des renommierten Amerikaners Austin Lunn sogar noch überlegen. Das neue, vierte Waldgeflüster-Album „Ruinen“ durfte also mit Spannung erwartet werden – und auch Betitelung sowie Cover machten bereits im Vorfeld Lust auf mehr.

In der Realität angelangt, muss man nun eindeutig sagen, dass diese Hoffnungen leider in keinerlei Hinsicht erfüllt worden sind. Man kann zwar kaum behaupten, dass die Entwicklung der Lieder in sich nicht irgendwo noch schlüssig wäre; man darf deswegen allerdings nicht konstatieren, dass die Songs interessant und spannend arrangiert seien. Was im fabelhaften Lied „Der Traumschänder“ auf der eingangs genannten Split absolut gelungen ist, geht hier weder als Saat noch im Konzept auf. Die Lieder vermissen an zu vielen Stellen eine deutlicher ordnende Hand, eine Begradigung der an zu vielen Stellen umher mäandernden Wasser des akustischen Flusses. Dieser Malus ist umso bedauerlicher wenn man sich vor Augen bzw. Ohren führt, dass das Material auf „Ruinen“ an manchen Stellen wirklich schön geraten ist. Doch was nützt es, wenn diese Momente durch zu viele Inseln der Bedeutungslosigkeit, welche nur um ihrer selbst willen zu existieren scheinen, zerteilt und zerschnitten sind – und während welcher man kaum in der Lage ist, dem Dargebotenen wohlwollend oder überhaupt gedanklich sowie emotional fokussiert zu folgen?

Auch das Pathos ist in den Klargesangspassagen stellenweise zu hoch, so dass die Band einstweilen nur haarscharf am schieren Kitsch vorbeischrammt – ein vergleichbares Problem hatten in diesem Jahr auch die bei Ván unter Vertrag stehenden Freitod. „Graustufen Novembertage“ ist hierfür ein gutes Beispiel: sein Refrain wirkt sowohl nervtötend als auch faszinierend. Während des Titelsongs changiert der Eindruck ebenfalls unentwegt zwischen diesen beiden Polen hin und her. Wo man also im einen Moment noch geneigt ist, sich dem Dargebotenen willenlos hinzugeben, da meint man bereits kurz danach erschrocken, sich in einer Black Metal-Version von „Tabaluga“ zu befinden und fühlt sich als Hörer nicht mehr ernst genommen. Man kann diese Irritation auch mit der Gefangenschaft in einem hypothetischen Spannungsfeld zwischen großartiger Nietsche-Poesie und schauderhaften „Bravo Girl“-Lesergedichten vergleichen.

Es tut mir ein wenig leid für die Band – und offen gestanden auch für mich selbst, denn wie beschrieben, hatte ich doch deutlich mehr von dieser Veröffentlichung erwartet und erhofft. „Ruinen“ geht als Hintergrundberieselung in Ordnung, stellt mithin potentielle Kaufhausmusik eines Black Metal-affinen Paralleluniversums dar – davon abgesehen ist es jedoch leider nicht überzeugend genug geraten. Kürzere Alben mit prägnanteren, weniger ambitionierten Songs – dies wäre mein persönlicher Ratschlag für die Zukunft.

Daniel Lofgren

XXL WertungS

Tracklist:

01. DIE RUINE ALS SCHMUCK
02. WELTENWANDERER
03. TRÜMMERFESTUNG
04. UND IMMER WIEDER SCHNEE
05. RUINENFELDER
06. GRAUSTUFEN NOVEMBERTAGE
07. ASCHEPHÖNIX
08. SUSITAIVAL

Downfall of Gaia - Atrophy

DownfallOfGaia AtrophyLabel: Metal Blade Records

Spielzeit: 40:32 Min.

Genre: Black Metal 2.0

Info: Facebook

Kaufen: sm-meta-shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Nennt mich altmodisch, aber ich habe so meine Schwierigkeiten mit diesem sogenannten "modernen" Black Metal. Nicht, dass ich ihn ablehnen, oder gar schlecht finden würde - ich stelle nur vermehrt fest, dass ich bei Bands wie zum Beispiel Sun Worship, oder auch den hier aufspielenden Downfall of Gaia eine gewisse Anlaufzeit benötige, um mich auf deren Musik einzustellen. (Wer hat da gerade "Alter Sack" gerufen???) (das war ich. – Sven)

Aber in vielen Fällen (gerade wenn die Band aus einheimischen Gefilden kommt!), lohnt es sich, am Ball zu bleiben und dem entsprechenden Werk auch die nötige Zeit einzuräumen. So geschah es dann auch mit dem neuen Album der Kollegen von Downfall of Gaia. Nach einer herrlichen Einleitung (verzerrte Klänge, die ruckzuck eine mächtige Atmosphäre hervorrufen) geht es nach ca. anderthalb Minuten aber mal so richtig heftig los: Rasender Black Metal, den ich in einer Intensität gar nicht erwartet hatte. Die Band hat sich mittlerweile zu einem Großteil von ihren "Post"-Einflüssen getrennt und zelebriert eben jenen Black Metal, den man zur Zeit noch (in Kürze wird es dafür auch 'ne passende Bezeichnung geben - manche nennen ihn ja "Studenten-Black Metal"!) als "modern" umschreibt. Oftmals rasend schnell, aber keineswegs im klassischen (nordischen) Stil, und mit allerlei Melodien und langsamen Parts verfeinert. Und so ganz ohne "Post" geht es dann doch nicht, was aber überhaupt nicht stört, sondern das Ganze gekonnt abrundet. Dass die Musiker auf einem hohen technischen Niveau agieren, dürfte bekannt sein, aber auch im Bereich Atmosphäre liegen sie ganz weit vorne. Was mich ein wenig stört, ist die Produktion. Die ist einfach nicht so mein Fall, zum Beispiel, dass der Gesang stark in den Hintergrund gemischt wurde. Aber das hat nix mit fehlender Qualität zu tun - gerade dieser genretypische Sound gefällt vielen Fans ja besonders gut. Meine Vorliebe für Rumpel-Black/Death dürfte ja auch nicht von jedem geteilt werden. Insgesamt also kein einfaches Album, für Genrefans aber definitiv ein Leckerbissen und auch meine Wenigkeit hat "Atrophy" nach einigen Durchlaufen sehr zu schätzen gelernt. Downfall of Gaia zeigen wieder einmal eindrucksvoll, dass gerade die deutsche Black Metal Szene für ihre Innovation und den Blick über Tellerrand gelobt werden kann.

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Brood
2. Woe
3. Ephemerol
4. Ephemerol II
5. Atrophy
6. Petrichor

Endless Curse - Slave Breeding Industry

Endless CursexxLabel: Eigenproduktion

Spielzeit: 33:21 Min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Uiiiii! Ich glaube, mein Schwein pfeift! Das Cover des neuesten Outputs der Todesbleiformation Endless Curse, 'Slave Breeding Industry', ist im wahrsten Sinne des Wortes schweinegeil und hat ein bißchen was von George Orwells Roman 'Animal Farm'.

Das aus Oberschwaben stammende Trio ist seit 2009 am Start und veröffentlichte vor ihrem Debütalbum, welches Gegenstand dieser Rezension ist, die EP 'Upheaval'. Geboten werden sieben knallharte Death-Metal-Nummern, die immer wieder die Grenzen zum Brutal Death Metal übertreten, wobei uns zumindest übermäßige Pig Squeals erspart bleiben (obschon die hier immerhin von der Thematik her gepasst hätten, hihi). Die Songs bewegen sich zumeist in hoher Geschwindigkeit, hin und wieder wird aber auch der Groovehammer ausgepackt, was für eine gewisse Abwechslung sorgt. Gesanglich wird nicht nur geröchelt, sondern innerhalb der Genregrenzen ordentlich abgeliefert, was die Vielseitigkeit des Albums zusätzlich zuträglich ist. Was mir ein wenig fehlt, ist ein echter Hit, schlecht ist die Scheibe aber beileibe nicht.
Die Produktion ist adäquat ausgefallen. Und das Artwork von Marta Solokowska kann man eigentlich nur als ganz vorzüglich bezeichnen.

Kai Ellermann

XXL WertungL

Tracklisting:

01. We Lived In Chains
02. Get Free
03. Boiling Blood
04. Listen
05. I‘m too Old
06. Breathe Greed
07. False Flag

Madder Mortem – Red In Tooth And Claw

maddermortem coverxxlLabel: Dark Essence Records / Soulfood

Spielzeit: 51:08 Min.

Genre: im Spannungsgefüge zwischen Universe217 und Achtziger-Gothic

Info: Facebook

Kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Kurz und direkt gleich mit der Tür hinein ins sprichwörtliche Haus: Madder Mortem sind ungleich länger da als Universe217. Dennoch fürchte ich, dass die (fabelhaften!) Griechen derzeit bekannter sein dürften. Daraus resultierend die klare Ansage: wenn euch Universe217 das Leben freudiger und erträglicher machen, dann müsst ihr auch Madder Mortem kennen. Sie sind die Wurzel. Ein anderer Einflussstrang sind unzweifelhaft Siouxsie And The Banshees, und lasst es euch gesagt sein: diese Band (ich rede von Siouxsie) sollte Stadien bespielen (gut, dazu müsste sie natürlich noch aktiv sein, doch darum geht es hier nicht), gehört in musikalischer Hinsicht zu den eindeutigen und prägnantesten akustischen Duftmarken der Musikgeschichte und ist ohne Wenn und Aber jedes Lob wert. Doch freilich soll all dies den Wert von Madder Mortem nicht schmälern, und es ist eine Freude, dass sie sechs Jahre nach ihrer letzten EP („Where Dream And Day Collide“) bzw. sieben Jahre nach dem letzten Album („Eight Ways“) endlich wieder mit neuem Material am Start sind.

„Wait For Me / Wait For Me / Set The World On Fire For Me“ – die nagende Verzweiflung sowie auch nackte Wut des Openers „Blood On The Sand“ ist derart authentisch und umwerfend geraten, dass man als Hörer ob der entstehenden akustischen Schmauchspuren regelrecht nach hinten abkippt und auf den harten Boden der Tatsachen gewuchtet wird – angesichts solch großartiger Klänge jedoch in keinster Weise als negativ oder schmerzhaft bewertbar; selbst ein Sturz mag seine ganz eigene, schwer vermittelbare Form der Magie in sich tragen („Let me sing it like you made me / May it bring you what you gave me“). Sehr schön auch, wie der Text mit dem Hörer spielt – wenn ein Song dieses Titels mit den einleitenden Worten: „There's no blood on the sand / There's no sand anymore“ beginnt, dann ist das ein interessanter Kunstgriff, welcher unmittelbar neugierig stimmt und Interesse weckt.

Überhaupt: diese Texte, die muss man in den höchsten Tönen loben – sie sind derart durchdringend, dass sie fürwahr erschüttern. „If I Could“ ist diesbezüglich der absolute Höhepunkt; es erzählt mit wundervollen Worten, welche dennoch wie Hammerschläge wirken, von der maximalen sowie durch und durch tragischen Entfremdung; von der zerschmetternden und vergiftenden Allmacht, mit welcher eine individuelle Katastrophe einen Menschen derartig zugrunde richtet, dass niemand mehr zu ihm durchdringen und auch keine Freundschaft, keine Nähe mehr aufrechterhalten werden kann – geschweige denn, neu gedeihen.

„Fallow Season“ beginnt regelrecht dreckig und sehr rockig, „Pitfalls“ pitscht direkt zu Beginn durch die martialischen Gesänge auf – man wähnt sich direkt inmitten einer Steppe, entkräftet sowie zu Fuß unterwegs, aus geschockten Augen das unvermittelt über einen hereinpreschende Reiterheer wilder Kriegerfrauen erblickend, mit vor Furcht geweiteten Ohren ihre Kampfesschreie vernehmend. „Returning To The End Of The World“ hätte auch auf einem Siouxsie And The Banshees-Album wie „Tinderbox“ (1986), und dort am besten direkt vor oder hinter „Land's End“, stehen können. Dann noch „Stones For Eyes“ – bei diesem Titel muss ich konsequent an Johnny Wulgaru a.k.a. Dread aus Tad Williams' „Otherland“ denken, die tatsächlichen Lyrics tragen diese Assoziation allerdings nicht.

An manchen Stellen der B-Seite schweift man immer wieder mental ab, „Red In Tooth And Claw“ könnte allerdings eines dieser Alben sein, welche wie schleichendes Gift über einen längeren Zeitraum hinweg (länger als die vier Wochen jedenfalls, welche ich das Album nun kenne) immer mehr und mehr betörendes Gift absondern und sich in Herz und Seele einbrennen. Letztlich kann dies aber nur der Langzeittest belegen, welcher für ein aktuelles Review natürlich zwangsläufig nicht praktikabel ist. Dennoch lässt sich auch akut ganz zweifelsfrei sagen: „Red In Tooth And Claw“ ist eine wirklich gute Platte mit herausstechenden Lyrics, sehr angenehm zu hören sowie mit mehreren echten, in der Tat ganz großartigen Höhepunkten. Auf jeden Fall empfehlenswert.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Blood on the sand
2. If I could
3. Fallow season
4. Pitfalls
5. All the giants are dead
6. Returning to the end of the world
7. Parasties
8. Stones for eyes
9. The whole where your heart belongs
10. Underdogs

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