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Metal-Mania die Fünfte

Metal Mania die Funfte

Metal-Mania die Fünfte mit Dimeless, Cycle Beating und The Prophecy²³
16.01.2015 Rockcafé Altdorf

Es gibt doch kaum einen passenderen Einstieg ins wohlverdiente Wochenende als ein mit feiner Livemusik angereicherter Freitagabend in trauter Runde und gemütlicher Atmosphäre. Das im Ettenheimer Stadtteil Altdorf gelegene Rock Café veranstaltet derzeit beinahe an jedem Freitag Konzerte aus allen Bereichen des Rocks (Ska, Metal, Punkrock etc.) und lässt - statt überzogene Eintrittsgelder zu verlangen - lieber eine Person mit nem Hut herumgehen, so dass jeder Gast selbst entscheiden kann, was ihm der/die entsprechende(n) Interpret(en) wert sind. Auch die Getränkepreise liegen durchaus im Rahmen und lassen einen nicht nach drei Bierchen mit leeren Hosentaschen da stehen, wie dies ja häufiger mal in diversen Konzertlocations und auf vielen Festivals der Fall ist.

Zu guter Letzt versteht der hauseigene Mischer sein Handwerk, und die Servicekräfte sind freundlich und fix im Nachkommen der Bestellungen.
Kurz nach 21 Uhr trudelten Martin, Mad und ich in der großen, aber dennoch sehr überschaubaren Location, welche schon ganz gut besucht war, ein und genehmigten uns die ersten kühlen Erfrischungen in Form von Bier und Cola. Joe war schon da, aber ständig auf dem Sprung, so dass er quasi doch nicht anwesend war, wie es sich für einen waschechten Wahl-Elsässer gehört, ha ha!

The Prophecy 01Pünktlich um 21.30 Uhr begannen die fünf Mannen von The Prophecy²³ nach der als Intro fungierenden A-Team-Titelmelodie dem anwesenden Volk ihren brachialen, mit Hardcore- und Death-Metal-Versatzstücken versehenen Thrash Metal um die Ohren zu hauen. Die mit auffällig viel Grün gekleideten Heilbronner um Michael-Kiske-Lookalike Hannes Klopprogge, die an diesem Abend den vorletzten Gig ihrer derzeitigen Tour absolvierten, zeigten sich sehr routiniert, waren voller unbändiger Spielfreude und hatten mächtig viel Spaß inne Backen. Sie verteilten Gratis-Bifis, widmeten einen ihrer Songs (vergessen, welchen) allen Snowboard-Fahrern, huldigten mit einer Warriors-Of-The-World-Einlage Manowar und sprangen auf der Bühne umher, als hätten sie zuvor zu viele lebende Grashüpfer, Heuschrecken, Kängurus, marsianische Erdgreupel, Jesus-Imitatoren, Elefanten und andere spannende Lebensformen verspeist... Nach einer Stunde Spielzeit war klar, dass das Quartett wohl den besten Gig des Abends gespielt hatte, noch bevor die anderen beiden Combos überhaupt eine einzige Note gezockt hatten. Die Kritik eines Kumpels, der über die Jungs von The Prophecy²³ später via SMS verlauten ließ, sie seien "auf CD ziemlicher Schrott", "Möchtegern-Municipal Waste mit etwas Death Metal", "Thrash fürs Wacken-Publikum" sowie "ziemlich aufgesetzt", kann ich in etwa nachvollziehen, aber absolut nicht teilen. Über Geschmack lässt sich eben streiten.

DimelessNach einer ziemlich kurzen Pause, in welcher Joe mit einem Kieselstein ein gemeinsames Gebet sprach, begannen die ursprünglich als Opener angedachten, aus Alheim in Hessen stammenden Dimeless, die sich stautechnisch leider verspätet hatten und somit nun - den "Möchtegern-Municipal Waste" sei dank - den zweiten Slot im Billing einnahmen, pünktlich um 22.30 Uhr mit ihrem Set. Die Mischung aus groovigem Thrash Metal und im positiven Sinne sperrigem sowie angenehm aggressivem Stoner Rock hatte zwar weit weniger Unterhaltungswert als die vorherige Show der heimlichen Headliner The Prophecy²³, konnte dennoch überzeugen. Jedenfalls hatten die vier Bengel ihre Hausaufgaben in den Fächern Eyehategod, Panterra, Kyuss und Trouble gemacht und spielten eine ziemlich souveräne Show; insbesondere Vorzeige-Kampfzwerg Victor am Mikro sowie Medusenkopf Johannes am E-Bass ließen es sich nicht nehmen, ausreichend ihrem Bewegungsdrang zu frönen. Zudem bewies der zuerst Erwähnte, dass er ein recht abwechslungsreiches Organ besitzt. Joe spitzte gleich mehrfach seinen Bleistift an und spritzte ab. Nach etwa einer Stunde gingen auch Dimeless in ihr wohlverdientes Wochenende.

Cycle BeatingDie Lokalmatadore Cycle Beating aus dem benachbarten Lahr, die vor ein paar Monaten ihre erste Scheibe, 'The Age of Depression', herausgebracht hatten, gingen als Headliner und Organisatoren des Abends als nunmehr letztes um Punkt 0 Uhr auf die Stage. Nach dem (auch auf der CD) vertretenen Intro gab es ordentlich was auf die Zwölf; ein nicht geringer Anteil der Besucher - nach den Shirts zu urteilen anscheinend alles Fanboys der Kapelle, hä hä - gab sich recht feierwütig und stagedivte und pogte, zumindest gelegentlich. Entsprechend publikumsnah gab sich das Quartett auf der Bühne; insbesondere Shouter/Gitarrist Robert Wagner (nicht zu verwechseln mit dem den männlichen Protagonisten darstellenden Schauspieler selben Namens aus der Kult-Serie 'Hart, aber herzlich') feuerte die Gäste nach Kräften an, was leider etwas auf seine Stimme schlug. Auch wirkte er bei den Gesangsparts etwas zu statisch, was sicherlich an der Doppelbelastung Gitarrenspiel und Shouting liegen mag; daher sollten Cycle Beating meines Erachtens nach einen Sänger oder weiteren Gitarristen rekrutieren, damit Robert sich entweder auf den Gesang oder das Malträtieren des Sechssaiters konzentrieren kann. Ansonsten ging der hardcorelastige Thrash Metal ganz gut in die Gehörgänge. Insgesamt kann man also von einem soliden Gig eines recht vielversprechenden Acts sprechen, von dem wir in Zukunft sicherlich noch einiges hören werden. Warum allerdings nach nicht mal 40 Minuten - und das trotz der Zugabe und recht langer Ansagen - bereits Schluss war, muss mir mal wer verraten.
Drummer Niklas präsentierte übrigens recht stolz seinen Vollbart und offenbarte, dass er in einem regelrechten Dilemma gesteckt hatte und sich entscheiden musste, ob er lieber Vollbart tragen sollte oder aber Schnauzer. Er entschied sich dann doch für den Jonathan-Frakes-Look. ;)

Insgesamt kann man von einer sehr gelungenen Veranstaltung sprechen, wobei es strategischer gewesen wäre, die Reihenfolge des Billings zu spiegeln. Joe hingegen fand es gut so, wie es war. Wahl-Elsässer eben!

Kai Ellermann

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Setlist The Prophecy²³

01. Intro
02. Action Metal
03. Untrue To The Bone
04. From The Basement To The Pit
05. Princess Of Gorleben
06. Pit Laserbeam
07. A Backpack Full Of Fleshsnacks
08. Home Is Where You Shred
09. Tape Trading Like A Boss
10. Green Machine Laser Beam
11. The Ballad Of S.O.D.
12. Surf Nazis Must Die
13. Party Like It's '84
14. B.T.M.
15. No Beer - What A Mess
16. Outro

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