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Party.San Open Air 2012

party.san neu maiDer Festivalsommer fiel mit wenigen Ausnahmen ins Wasser. Fast überall herrschten die Gebrüder Regen und Matsch, außer – und das ist bislang in der Geschichte des Festivals einzigartig – das Party.San Open Air blieb vom nervenden Regen verschont und Sonne und Wolken wechselten sich in angenehmerweise ab. Fast schon ein zu perfektes Wetterchen für das härteste unter den harten Festivals.
Wieder einmal zeigten sich die Veranstalter Geschmackssicher und boten auch 2012 ein buntes Repertoire des Death/Thrash/Black Dreigestirnes (u. a. Bolt Thrower, Behemoth und Sodom), überzeugten mit kleinen, aber feinen Neuerungen wie die Underground Stage im Party Zelt und auch das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Flughafengelände in Schlotheim wurde von der Kundschaft angenommen. Heart of Steel, was willste mehr? Nix, denn das Party.San Open Air 2012 entpuppte sich zu einem Festival, an dem man grundsätzlich mal nichts zu meckern hatte.

Donnerstag:

Aufgrund des doch recht langen Staus vor den Toren des Flughafens trafen wir auch erst auf dem Gelände ein, als In Solitude bereits auf der Bühne standen. Die immer noch sehr jungen Schweden konnten mit ihrem Mix aus Venom und Mercyful Fate auch vor dem eher Death Metal orientierten Publikum bestehen und ernteten als zweite Band des Tages ordentlich Applaus. Was allerdings der Pelz um den Hals von Sänger Pelle "Hornper" Åhman zu bedeuten hatte, bleibt fraglich.
Viel mehr als Achtungsapplaus konnten die darauffolgenden Necro Christos nicht einheimsen. Viele der Anwesenden (abgesehen von den Die Hard Fans) konnten oder wollten sich auf den schweren Sound der Band nicht einlassen. Verständlich, denn die Okkultisten fabrizieren eine wahrlich einzigartige Soundwand, die man allerhöchstens mit Sonne Adam vergleichen kann – und auch die sind nicht jedermanns Sache. Davon ab eignen sich derlei Klänge nicht wirklich bei bestem Sonnenschein. Schade.
Nifelheim sind keine oft gesehenen Gäste in Deutschland und daher ist es wenig verwunderlich, dass das Interesse für die Halbglatzenträger nicht gerade gering ist. Langsam, aber sicher steigt bei den Besuchern der Alkoholpegel und die Schweden liefern mit ihrem Todesthrash den perfekten Soundtrack dazu. Einziger Wehrmutstropfen: Hellbutchers Zwillingsbruder Tyrant fand nicht den Weg nach Schlotheim und wurde vom Grave Tieftöner Tobi Gustafson ersetzt. Ich nehme mal an, dass der gute Mann irgendwo auf der Jagd nach einem Iron Maiden Sammlerstück war.
Vallenfyre, die mit „A Fragile King“ für mich DAS Death Metal Highlight 2011 veröffentlicht haben, durften relativ spät die Bühne in Schlotheim entern. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass in dieser Kapelle quasi das Who is Who der britischen Todesmörtel Szene vertreten ist. Zwangsweise kamen auch nur Songs vom eben genannten Debüt, die aber mächtig Feuer im Arsch hatten und ein wunderbares early 90´s feeling herauf beschwörten. Gut, von einem aufregenden Stageacting kann nicht die Rede sein (es war wohl auch erst der dritte Gig in der recht kurzen Bandgeschichte) und irgendwie ist es komisch zu sehen, dass Greg Macintosh (Hauptberuflich Gitarrist bei Paradise Lost) nun am Mikro steht, aber dennoch ein cooler Gig!
Vier Songs in 45 Minuten Spielzeit – kann man mal machen. Dass das Party.San Volk toleranter ist als viele annehmen, ist bekannt. Aber dass die Isländer Solstafir derart abräumten, hätte ich nicht gedacht. Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit und mit bestem Bühnenlicht begeisterte die skurrile Band den halben Flugplatz (Gut, einige wollten oder konnten dem ausladenden Sound der Isländer nicht folgen) und legten einen Gig der Emotionen dar. Hilfreich dabei: Die ersten drei Songs des überragenden "Svartir Sandar"-Outputs, abgerundet durch den "Köld"-Rausschmeißer 'The Goddess Of The Ages'. Ganz großer Sport!
Absolutes Kontrastprogramm im Anschluss: nach den Schöngeisterklängen entern die Thrasher Sodom die Bühne und zelebrierten auch in Schlotheim ihr 30jähries Jubiläum. Ich muss ja zugeben, dass ich die Band viele, viele Jahre vernachlässigt hatte (Toms Soloprojekte nervten zum Teil und sind für mich recht sinnfrei) – Schimpf und Schande über mich, denn die Gelsenkirchener gingen unfassbar rabiat zur Sache und hatten natürlich nur Hits am Start. Allen voran „Outbreak of Evil“ und „Agent Orange“ – danach sind alle glücklich. Außer Tom vielleicht, der sich wegen technischen Schwierigkeiten etwas aus der Ruhe bringen lässt und sich dezent darüber beschwert, dass die Uhr mit der Spielzeit weiterlief...
Für viele kam das Festival Highlight (auch für mich) bereits am ersten Tag. Bolt Thrower spielen nun mal nicht jedes Wochenende in Deutschland, daher liegt es nahe, dass der Platz vor der Bühne schon bei den Klängen des Majestätischen Intros zum Bersten mit Bolt Thrower Shirt Trägern (die Briten hatten beim PSOA wieder ihr eigenes Merchzelt am Start und verkauften hunderte der begehrten und recht seltenen Shirts) gefüllt war. Um es vorweg zu nehmen: der Platz vor der Bühne war bei keiner anderen Band so dicht wie bei den innig geliebten Engländer. Und der Panzer namens Bolt Thrower enttäuschte nicht. Die Kriegsmaschinerie spuckte Hits wie „The IV Crusade“, „World Eater“ oder „“Cenotaph“ aus und die Menge drehte durch. Zugegeben, der Sound hätte grad beim Headliner eine Spur lauter als beim Rest sein können, aber dennoch wurde Schlotheim von diesem mächtigen und wichtigen Todesblei Panzer überrollt.

Freitag:

Nachdem Malignant Tumour die Spiele für den Freitag mit ihrem Mix aus Crust und Heavy eher traditionell eröffneten, scherten die nachfolgenden Iron Lamb mit ihrem Crossover aus Punk, uralt Hardcore & Metal erfreulich aus und erfreuten sich schon zu früher Stunde mit reichlich Zulauf seitens der Fans. Die Schweden, bei denen u. a. Musiker von Dr. Living Dead, General Surgery und der „Swedish Death Metal“ Buchautor Daniel Ekeroth lärmen, hatten ordentlich Spaß in den Backen – wir vor der Bühne allerdings auch.
Gospel Of The Horns werden ja gut und gerne vom RockHard abgefeiert. Für mich ist deren traditioneller Todesthrash allerdings wenig originell und das ist es auch, was ihren Gig leider ausgezeichnet hat.
Entrails entwickeln sich momentan zur Everybodys Darling Band für Schwedentod Fanatiker. Zugegeben: die beiden Alben der Schweden finde ich „gut“, aber nicht so überragend wie fast überall behauptet wird. In der Live Situation hat der Elchtod allerdings eine komplett andere Qualität und kommt noch um einiges authentischer rüber als auf Konserve. Ergo: Sven motiert zum Entrails Fanboy. Und mit Songs wie „Crawling Death", "The Slithering Below" oder "To Live Is To Rot" kann man auf so einem Festival natürlich nichts falsch machen. Lustig: Entrails Chefdenker Jimmy entwickelt sich immer mehr zu einem Shane Embury Clone.
Yeah – darauf hat die Party.San Welt gewartet...nicht: Keyboards. Nichts gegen dieses Tasteninstrument, aber so wie die Isländer Skalmöld dieses einsetzen, bekomme ich Nagelpilz. Zugekleistert bis zum geht-nicht-mehr, dazu mehrstimmiger Gesang und dann läuft das Ganze auch noch unter dem bedrohlichen Banner „Pagan Metal“. Kein Wunder, dass eine Vielzahl an Leuten während des Gigs biertrinken, shoppen, schlafen oder auch kartenspielen.
Bei den nachfolgenden General Surgery schaute das Ganze jedenfalls komplett anders aus und der Platz vor der Bühne füllte sich angenehm. Die Schweden, die natürlich allesamt komplett blutüberströmt die Bretter enterten, trafen mit ihrem Mix aus Grind und Schwedentod genau den Nerv der Gäste und wurden demzufolge abgefeiert. Bester Song: Das Carnage Cover „The Day Man Lost“.
Aufgrund von zu langer Umbauzeiten musste das Set der Blackies Dark Fortress um einen Song gekürzt werden. Macht aber auch nix, denn live verliert der an sich sehr intensive Black Metal der Landshuter definitiv an Ausstrahlung und Intensität. Da kann ein Hit wie „The Vally“ sogar dreistimmig gesungen werden, die so wichtige Atmosphäre kann beim derbsten Sonnenschein einfach nicht aufkommen.
„No Jesus, No Beast“, „Majesty And Decay“, „Swarm of Terror“ – die Setlist der New Yorker Death Metal Formation Immolation liest sich wunderbar und lässt kaum einen Hit außen vor. Es ist ein wahrer Hochgenuss, den Jungs – allen voran Drummer Steve – bei der Arbeit zuzusehen. Als wenn es das Leichteste der Welt zu sein scheint, prügelte sich das Quartett durch ihren Hochgeschwindigkeits Todesblei und der Flugplatz entschwindet in die fabelhaften Klangwelten von Immolation.
Zwischen all dem Gerumpel und Gekeife tat eine Ohrenmassage zwischendurch mal ganz gut und die Finnen Ghost Brigade sind für diese Aufgabe bestens geeignet. Eine Woche zuvor schon hatten die Finnen in Wacken sich von ihrer besten Seite gezeigt und auch in Schlotheim konzentrierten sich die Jungs auf ihre härteren Songs, was beim Publikum bestens ankam. Die untergehende Sonne und die fantastische Lightshow verlieh dem Auftritt eine eigene Note und es verwunderte nicht, dass bei der Ankündigung des letzten Songs Buh-Rufe aus dem Publikum kamen. Ganz großes Tennis der Finnen.
Die Ägyptologen Nile hatten bei ihrer Anreise mit einem streikenden Tourbus zu kämpfen und demzufolge verkürzte sich der Gig um einen Song. Bandkopf Karl Sanders tangierte das allerdings nur peripher und knüppelte sich zusammen mit seinen Spießgesellen durch 40 Minuten besten Death Metal. Coolster Song: Black Seeds of Vengeance“
An Immortal werden sich wohl immer die Geister scheiden. Gut, die ersten drei Alben der Norweger gelten als Meisterwerke des norwegischen Schwarzmetalls, und auch das Comeback Werk „At The Heart Of Winter“ hat so seine Heavy Metal Momente. Aber alles andere was danach kam, ist doch eigentlich ein Witz und auch Immortal Mastermind Abbath demontiert seine Kapelle in schöner Regelmäßigkeit zur Lachnummer. Und auch in Schlotheim konnte die Pandafresse es nicht lassen und stolzierte im Deamonwalk (einer Ente nicht unähnlich) eifrig über die Bühne. WAS ZUR HÖLLR SOLL DARAN BLACK METAL SEIN??? Das fragten sich ziemlich viele Fans vor der Bühne, manche wünschten sich sogar, dass der gute Mann auf die Fresse fällt. Der Sound war grauenhaft und auch der uralt Klassiker „Call Of The Wintermoon“ wurde vom Trio ordentlich versemmelt. Sorry, Abbath. Aber es wäre an der Zeit, die Band ein weiteres Mal aufzulösen. Und dann bitte für immer.

Samstag:

Dritter Tag und noch immer lacht die Sonne über ganz Schlotheim, herrlich.
Auch wenn die Schweden Trash Amigos optisch mal so gar nicht ins Billing passten (die Schweden nennen sich alle irgendwie Pedro und steigen für Shows in typische Mexikaner Outfits inkl. überdimensionaler Hüte), konnte die lustige Truppe mit ihrem melodischem Thrash ordentlich punkten – guter Wachmacher!
Cattle Decapitation, quasi die härtere US-Amerikanische Antwort auf Heaven Shall Burn – weil auch Veganer und so – haben nach dem Thrash Start der Trash Amigos leichtes Spiel und stampften mit ihrem Tech/Death/Grind-Mix alles in Grund und Boden. Das ist nichts für Jedermann bzw. Jederfrau, macht aber derbe Laune und es ist der absolute Wahnsinn, wie „Sänger“ Travis komplett durchdreht.
Die schon-lange-nicht-mehr-Black-Metaller-aber-irgendwie-doch-noch-schwarz-angehauchten Nocte Obducta, eigentlich schon seit sechs Jahren aufgelöst, haben dann doch noch Bock auf etwas Action und spielen wenig überraschend vor einer großen Schar Menschen, die wiederum Bock auf die Mainzer hatten. Wie üblich wird als Intro erst mal locker drauflos gejammt, während Sänger Torsten seine gewohnten Kreise am Bühnenrand dreht – dann kommt der schwerst tätowierte und gepiercte Sängerknabe auf die Bühne. Ein kleines bisschen Corpsepaint, die Pommesgabel zum Gruß, vier kurze Beckenschläge – dann rast 'Es fließe Blut' aus den Boxen! Chefdenker Marcel zeigte sich in Laberlaune und haute mal eben so die längste Ansage seiner Karriere raus und verhöhnte dezent das Publikum, welches immer wieder „Pan spielt die Flöte“ forderte („dort gibt es Trinkhörner. Bohrt ein Loch rein und ihr könnt Flöte spielen...!“)
So geil die herrlichen Sonnenstrahlen auch sein mögen, die waren definitiv fehl am Platz, als das finnische Black Metal Kommando Archgoat die Bühne betrat. Im heimischen Player verfehlt der fiese Black Metal der Jungs seine Wirkung nicht, live und in Farbe (ja, Archgoat schmieren sich Kunstblut in die Fresse) kommen allerdings schnell Ermüdungserscheinungen zum Vorschein. In einem kleinen, intimen Club wären die Finnen sicherlich besser ausgehoben.
Eigentlich hätten nun Ragnarok auf der Bühne stehen sollen, aber die Herrschaften hatten wohl Probleme den Weg nach Schlotheim zu finden und somit standen am frühen Nachmittag schon die Thrasher von Warbringer auf der Bühne. Thrash geht immer – natürlich auch im Sonnenschein und somit ist es wenig verwunderlich, dass vor der Bühne der Mob tobte. Die Amis, die mich irgendwie an uralte HateSphere erinnern, zockten ihre Songs noch einen Tick aggressiver als sonst runter und Schlotheim dankte es mit einigen Pits.
Da Ragnarok immer noch nicht auf dem Gelände sind, wird auch der Gig von Toxic Holocaust vorgezogen. Gute Entscheidung, denn Warbringer konnten eben schon mit ihrem Thrash Metal überzeugen und machten Bock auf eine weitere Runde. Wenn man mal davon absieht, dass die Amis einige ältere Songs nicht spielen wollten, war auch dieses Thrash Feuerwerk ein gelungener Gig und viele hunderte Pommesgabeln zeigten zum Gruß gen Bühne.
45 Minuten holzten Incantation mit ihrem Hochgeschwindigkeits Todesblei durchs Programm. Irgendwie führen die Männer um John McEntee immer so was wie ein Schattendasein. Warum ist für mich unverständlich, denn das, was die Amis abziehen, ist schon ganze hohe Bolzkunst.
Die Finnen Insomnium betraten die Bühne zur exakt gleichen Uhrzeit wie ihre Landsmänner von Ghost Brigade am Tag zuvor. Auch wenn das Party.San eher für die brutalere Richtung steht, wurden Ghost Brigade mit ihrem unfassbar intensiven Gig abgefeiert ohne Ende. Insomniun konnten für meinen Geschmack nicht wirklich an dieses Erlebnis anknüpfen. Zu süßlich, zu eingängig und vielleicht auch eine Spur zu vorhersehbar tönten die Melodic Death Metal Tracks in meinen Ohren, aber vielleicht bin ich auch nur zu alt dafür und gönne mir lieber die Originale aus Schweden
Bei Tankards Gerre scheint der Jojo Effekt eingetreten zu sein. So viel, wie der gute Mann in den letzten Jahren abgenommen hat, hat er nun zwar nicht wieder drauf, aber ne stolze Plauze trägt er nun doch wieder spazieren. Das tut allerdings nix zur Sache, denn die Frankfurter sind einfach ne Partyband und Schlotheim hatte nach drei Tagen musikalischen Verderbens und Verwesung einfach Bock auf Metal der Marke Happy Thrash. Klassiker wie “Zombie Attack”, “Chemical Invasion”, “Freibier” oder “Empty Tankard” wurden gefühlt vom ganzen Festivalgelände mitgesungen und auch die Titelhymne des neuen Albums “A Girl Called Cerveza” kommt sogleich bestens bei der feiernden Meute an.
Viel zu selten lassen sich die Schweden Naglfar in unsere Breitengrade blicken Das letzte Mal, wo ich eine ihrer Shows gesehen habe, war wohl beim RockHard Festival 2004. Dementsprechend freute ich mich wie ein kleines Schnitzel auf den Gig, auch wenn mich deren aktueller Output „Téras“ leider nur mäßig überzeugte. Doch leider, leider entpuppte sich dieses Konzert als ebenfalls mäßiges Event. Die Setlist war okay (es hätten durchaus mehr Songs der ersten beiden Alben geben können, anstatt das durchschnittliche „Pariah“ mit drei Songs abzufeiern.). Größter Kritikpunkt ist allerdings die fehlende Spielpraxis der Schweden. Man merkte ihnen die lange Pause jedenfalls an und meiner Meinung nach war dieser Auftritt sogar der erste mit der neuen Besetzung am Bass und Drums. Schade, denn Naglfar hätten das Zeug dazu gehabt, mit den nachfolgenden Behemoth von der Intensität her zumindest gleichzuziehen.
„It´s good to be alive!“ – Jedes Mal, wenn Behemoth Fronter Nergal bei Konzerten diesen überaus intensiven Satz ins Mirko brüllt, nimmt man ihm das gnadenlos ab. Die Polen, die für Deicide eingesprungen sind, überziehen die Umbaupause fast bis ins unendliche, legen aber mit „Ov Fire And The Void“ los wie die Feuerwehr und der Support in Schlotheim ist ihnen Gewiss. Nergal, der nach der überstandenen Krankheit immer noch etwas ausgemergelt ausschaut, hat sich zu einem wahren Entertainer entwickelt und führt souverän durchs Programm, welches erfreulicherweise viele ältere Schmuckstücke parat hält. Gut, Kritiker möchten meinen, dass Behemoth anno 2012 zu emotionslos und zu durchgeplant ist – ich behaupte, dass die Polen einfach perfekt sind. Und wenn man sich an den großartigen Applaus zwischen den Songs erinnert, sahen das beim Party.San viele ebenso. Würdiger Headliner!

Und sonst so? In diesem Jahr wurde erstmalig die Zeltbühne als vollwertige, zweite Stage genutzt, um den deutschen Nachwuchs-Acts eine Chance zu geben. Schauen wir mal rein:

Freitag:

Den Anfang machen die Black Metaller Vivus Humare, die, nun ja, recht typischen Schwarzmetall zocken, den jeder von uns schon X-fach gesehen und gehört hat. Sorry, aber fast alle der nachfolgenden Bands können sich deutlich besser aus der Affäre ziehen. Die Death Metal Hoffnung Chapel of Disease zum Beispiel zeigten, wie man rumpligen Todesblei Leben einhauchen kann und entzückten mit einigen coolen Songs, die entfernt an frühe Morgoth erinnern. Allerdings sollte Sänger Laurent seine Headless-Gitarre lieber Zuhause lassen, denn optisch ist dieses Instrument mit seinem kurzen Hals alles andere als ein Hingucker und erinnert eher an Jazz als an den verdammten Todesstahl. Leute, besorgt euch unbedingt den ersten Longplayer der Jungs, der demnächst beim Qualitätslabel F.D.A. Rekotz erscheinen wird.
Etwas weiter sind da schon December Flowers, die vor wenigen Monaten schon ihre Debutscheibe veröffentlicht haben und nun ihren Death Metal a la Dissection, Naglfar und uralt Dark Tranquillity zum Besten geben. Gut, originell ist der Kram sicherlich nicht, aber die Jungs zeigen ordentlich Herzblut und überzeugen mit einer klasse Performance.
Schwedentod Fetischisten sollten sich unbedingt den Namen Obscure Infinity merken, denn die Jungs zocken fast schon authentischer als ihre Vorbilder aus dem Ikea Land. Originalität ist auch hier fehl am Platze, wird aber auch nicht erwünscht. Primitiver Death Metal vom Feinsten wird dann von den „Zelt-Headliner“ Tormented abgeliefert. Vor kurzem noch waren die Jungs (bei denen sich Mucker von Facebraker, Edge of Sanity und – juhu – Scar Symmetry tummeln) mit den Shooting Stars von Black Breath unterwegs und diese Erfahrung kommt den Schweden nun zugute. Ne dreiviertel Stunde wird ordentlich gerumpelt was das Zeug hält und Tormented gehen für mich als Sieger an diesem Tag aus dem Zelt.

Samstag:

Die schwedischen Schwaben Revel In Flesh, die sich erst vor kurzem zum Quientet gemausert haben, zeigen auch heute, wie man im Jahr 2012 authentisch Schwedenstahl mit ner Prise britischem Death Metal zocken kann, ohne von den Puristen ans umgedrehte Kreuz genagelt zu werden. Nicht gerade spektakulär, dafür aber grundsolide präsentieren sich die Local Heroes Kali Ygua, die ihren Death Metal mit ner Priese Hardcore aufpumpen – kann man machen. Richtig böse und düster geht es dann bei Venenum zu, die einen ihrer seltenen Gigs spielen. Mit gutem Sound gesegnet (was wahrlich selten der Fall im Zelt war) und unterstützt mit sparsamen Licht zockt die Band ihren okkulten Metal of Death – für viele das Highlight auf der zweiten Bühne.
Fazit: Viel Licht (Revel In Flesh, Chapel of Disease, Venenum und Tormented), wenig Schatten (Vivus Humare), so muss das sein. Das Konzept der zweiten Bühne ging auf, allerdings sollten die Veranstalter die Kinderkrankheiten, die Überschneidungen zur Hauptbühne, in Zukunft besser in den Griff bekommen.
Unterm Strich war das Party.San Open Air ein Festival, bei dem es Grundsätzlich nichts (NICHTS!) zu meckern gibt. Bestes Festivalwetter, dazu eine gelungene Bandauswahl, coole Atmosphäre, viele tolle Gäste und noch viel mehr Alkohol (mit besten Gruß an den Brutz&Brakel Stand!) bescherten dem Veranstalter das beste Szenenklassentreffen in dieser Saison. Bis zum nächsten Jahr.

Sven Meier

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