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Slaughterday im Interview

Für ihr neues Album haben Jens und Bernd von Slaughterday diesmal etwas länger gebraucht, bei der Beantwortung unserer Fragen waren sie erheblich flotter! Alles Wissenswerte zum neuen Album und natürlich noch viel mehr könnt Ihr im Folgenden lesen! Viel Spaß!

slaughterday interview 2016

(Bildquelle: Anger Management)

Neues Album, neues Interview! Seid gegrüßt Bernd und Jens!

Moin!

Das neue Werk ist nun im Kasten, die ersten Kritiken tauchen auf, wie zufrieden seid Ihr selber mit dem Teil? Ist alles so gelaufen wie Ihr es Euch vorgestellt habt?

Bernd: Absolut. Ich finde, die Songs spiegeln noch mehr unseren eigenen Charakter wider, sind kompakter und kommen mehr auf den Punkt. Auch mit der Produktion sind wir sehr zufrieden. Jörg Uken hat uns wieder einmal einen gut produzierten, aber dennoch ungehobelten Sound verpasst. Wir sind zu 100% von diesem Album überzeugt und freuen uns natürlich, dass wir die Erwartungen der Hörer erfüllen konnten.

In meiner Kritik zu "Ravenous" hatte ich noch behauptet, bei Eurer damaligen Veröffentlichungfrequenz müsste das nächste Album zu Weihnachten 2014 erscheinen. Diesmal habt Ihr aber erheblich länger gebraucht. Woran lag das?

Bernd: Das lag einfach daran, dass das Material von der Ravenous EP bereits zusammen mit den Songs der ersten Scheibe aufgenommen wurde. Wir benötigten also keine Zeit fürs Songwriting und die Studioaufnahmen. Erst nach dem Release der Ravenous EP im Sommer 2014 begannen wir, ganz neue Songs zu schreiben und spielten parallel dazu auch noch einige Gigs bis zum Frühjahr 2015. Für den Herbst 2015 buchten wir dann wieder das Soundlodge Studio.

Ihr beiden seid der harte Kern von Slaughterday. Gibt es dennoch bei den Aufnahmen (oder auch schon beim Kreieren neuer Songs) Hilfe von befreundeten Musikern?

Bernd: Nein, beim Komponieren der Songs, sowie bei den Aufnahmen gibt es keine Beteiligung anderer Musiker. Das war von Anfang an unser Ding und wird es auch bleiben. Das liegt einfach daran, dass wir perfekt miteinander harmonieren und mittlerweile genau wissen, wie Slaughterday klingen sollen. Es hat aber auch damit zu tun, dass unsere Freizeit extrem begrenzt ist und wir zu zweit einfach schneller und effektiver arbeiten können.

Wie sieht das live aus? Kommen da immer die gleichen Kollegen zur Unterstützung, oder die, die gerade Zeit und Lust haben?

Bernd: Na ja, es ist zwar ziemlich langweilig hier in Ostfriesland und wir haben eine relativ große Metalszene, es ist aber nicht so, dass hier immer ein Pulk von Musikern auf Abruf bereit steht. Viele sind in mindestens einer, wenn nicht zwei Bands, involviert. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir persönlich gut miteinander auskommen, zusammen Spaß haben auf den Gigs und das sich unsere Sessionleute mit unserem Sound identifizieren. Mit Christian, Andrè und Ingo haben wir zum Glück befreundete, extrem zuverlässige, gute Musiker. Sie gehören definitiv fest zum erweiterten Kern von Slaughterday. Es wäre schwer für uns, einen der drei ersetzen zu müssen.

Jens: Unsere Besetzung ist eigentlich immer gleich. Lediglich eine Veränderung gab es bei uns: Zu Beginn hatte Bernd noch die Drums bedient und Uli Kreienbrink (Ex-Ingurgitating Oblivion) hatte die Vocals übernommen, doch dann fanden wir in André Janssen einen äußerst fähigen Drummer und Bernd wechselte an den Gesang, was auch viele Leute sich gewünscht hatten

slaughter xxl neuIch finde es ja super, dass Ihr Euer Versprechen aus dem letzten Interview gehalten habt, den Sound der Band nicht großartig zu verändern, trotzdem finde ich, dass Ihr auf "Laws of the occult" Euren ganz eigenen Sound gefunden und zementiert habt. Würdet Ihr mir da zustimmen?

Bernd: Ja, das Gefühl hatten wir nach der Fertigstellung der neuen Songs auch. Natürlich erfinden wir das Rad nicht neu und wir machen auch kein Geheimnis aus unseren Einflüssen, aber die Art und Weise wie wir diese Einflüsse miteinander vermischen und durch unseren individuellen Stil anreichern gibt uns einen eigenständigen Charakter, finde ich.

Jens: Absolut! Was die technische Seite betrifft: Wir wollten den Trend zu mehr Hall und obskurem Sound nicht mitgehen und haben uns eher gefragt, wie man die Songs besser zur Geltung bringen kann und welcher Sound den Songs gerecht wird bzw. zum Songwriting am besten passt. Ich denke, was den Sound im Sinne von Songwriting und dem Feeling der Songs angeht, so haben wir vermutlich besser eingefangen, was Slaughterday ausmacht und unsere Trademarks gestärkt: Lineares Songwriting mit wiedererkennbaren, abwechslungsreichen Songs und der Mischung aus Melodien, schnellen und doomigen Passagen. Die Kunst ist es eben aus der Ursuppe des Death Metal Teile herauszufiltern und neu zusammenzufügen, sodass innerhalb dieses Universums etwas entsteht, das zwar nicht originell ist, aber eben ohne jeden Zweifel Death Metal.

Kommen wir mal zu den Texten: Bezieht sich der Titel auf ganz bestimmte "Gesetze des Okkulten"? Oder ist es einfach nur ein cooler, griffiger Titel?

Bernd: Beides. Der Titel bezieht sich auf die okkulten Bücher aus dem Lovecraft Universum, wie z.B. dem Necronomicon, Unaussprechlichen Kulten oder dem Buch Eibon. Diese Bücher beinhalten schreckliche und verbotene Lehren. Der Song „Forbidden Wisdom“ beschäftigt sich inhaltlich mit diesen Büchern und aus ihm stammt auch die Textzeile „Laws Of The Occult“.
Darüber hinaus klingt das Wort „Law“ einfach nach Metal und findet sich nicht umsonst in vielen Song- und Albumtiteln wieder, wie z.B. Breaking The Law, Strong Arm Of The Law oder In Battle There Is No Law.

Schreibt Ihr die Texte gemeinsam und wovon handeln sie? Gibt es so etwas wie einen roten Faden, oder ein Konzept auf dem Album?

Bernd: Für das Verfassen der Texte bin allein ich zuständig. Ich habe nach der Fertigstellung eines Songs meistens schon eine Gesangslinie im Kopf und verfasse dann die Lyrics passen dazu. Inhaltlich geht es um übernatürlichen, klassischen Lovecraft Horror. Viele Texte sind von seinen Kurzgeschichten oder Teilen davon inspiriert. Der rote Faden, sind die bereits erwähnten okkulten Bücher, die in diesen Geschichten immer wieder zitiert werden.

Hat auch diesmal wieder Thomas Westphal dieses grandiose Cover erschaffen?

Bernd: Thomas Westphal hat eigentlich nur das Cover unseres „Cosmic Horror“ Demos gezeichnet. Auch unser Logo stammt von ihm. Das neue Cover stammt abermals von Mark Cooper, der auch schon für das Artwork für „Nightmare Vortex“ verantwortlich war. Thomas hat diesmal allerdings einige zusätzliche Illustrationen zum Albumartwork beigesteuert.

Nicht nur wegen des geilen Coverartworks ist es sehr cool, dass "Laws of the occult" auch auf Vinyl erscheint. Darüber, dass Euch das wichtig ist, haben wir das letzte Mal bereits gesprochen, aber seid Ihr selber auch "Jäger und Sammler?"

Bernd: Ja, ich kaufe schon sehr viele Tonträger, bin da allerdings nicht so sehr auf Vinyl fixiert.

Wenn ja, was sind denn so die Prunkstücke Eurer Sammlung?

Bernd: Ich suche nicht gezielt nach extrem teuren Raritäten. Einige Scheiben haben halt über die Jahrzehnte natürlich an Wert zugelegt. Die etwas wertvolleren Stücke sind da vielleicht einige alte Thrash Klassiker aus den 80ern als original Vinyl, sowie die Erstauflagen vieler Death Metal Scheiben aus den 90ern.

Dass Ihr wieder bei Rico und FDA Rekotz veröffentlicht, dürfte niemanden verwundern. Habt Ihr da eigentlich gleich für mehre Alben unterschrieben, oder gehen die Verträge immer nur für ein Werk?

Bernd: Wir haben mit FDA Rekotz einen Vertrag über zwei Alben, welchen wir mit dem Release von „Laws Of The Occult“ quasi erfüllt hätten. Wie es danach weitergeht haben wir noch nicht besprochen, wir sind allerdings mit Ricos Arbeit bisher sehr zufrieden.

Ihr seid jetzt schon längere Zeit im Musikbusiness unterwegs, was waren denn so die absoluten Höhepunkte Eurer Laufbahn?

Jens: Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt. Auf den ersten Blick mag es wahnsinnig großartig erscheinen, was ich mit Obscenity schon alles erleben durfte, Festivalauftritte wie das Wacken, das WFF, Fuck The Commerce usw. oder die Europatouren mit Six Feet Under oder Immortal/Hypocrisy. Das waren natürlich tolle Erlebnisse, die ich in all den Jahren mitnehmen durfte. Ich habe allerdings auch Einiges in dieser Zeit erfahren, was sehr viel Frust mit sich brachte. Aber ich habe daraus auch vieles gelernt und bin heute dankbarer denn je, wenn man es mit vertrauenswürdigen Personen im Metalbereich zu tun hat, die ehrlich sind und einen nicht über den Tisch ziehen wollen.

Bernd: Da ich bisher nur in relativ unbekannten, lokalen Bands aktiv war, beschränkten sich die Aktivitäten überwiegend auf Gigs in kleinen Jugendzentren. Mir stehen die Höhepunkte also noch bevor mit meinen ersten Open Air Festivalauftritten dieses Jahr, vor allem auf dem Summer Breeze.

Welche Alben haben Euch in letzter Zeit so richtig vom Hocker gehauen, was würdet Ihr unseren Lesern empfehlen?

Bernd: Oh, schwierig. Bei mir rotierten folgende Alben relativ häufig in letzter Zeit: Temist-Temisto, Exume-The Raging Tides, Gol-No Image, Chthe'ili-Le Dernier Crépuscule, Sata-Atom by Atom und Dream Deat-Dissemination

Jens: Ich würde noch Gruesome-Savage Land und Autopsy-Skullgrinder hinzufügen.

So, das war's von mir - Irgendwelche klugen Schlussworte?

Danke für das Interview und den unermüdlichen Support von XXL-Rock. Death Metal is the law!

Vielen Dank, dass Ihr meine Fragen beantwortet!

Christian Hemmer

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